Das „Familienbrett” (oder auch „Beziehungsbrett”) wurde von einer Arbeitsgruppe (hier ist vor allem Ulrich Wilken zu nennen) um Kurt Ludewig 1978 in Hamburg entwickelt. Es diente zunächst dem diagnostischen Element systemischer Familientherapie, wurde von Ludewig und seinem Team alsbald aber als „Mittel der Kommunikation” über Systeme betrachtet.
Die Aufstellungsarbeit mit dem Systembrett stellt einen anwendungsfokussierten Mix aus dem Aufstellungsverfahren der Skulpturarbeit (nach Duhl und Kantor, beeinflusst von Satir), dem Darstellungsmuster des projektiven Sceno-Tests (nach von Staabs), der Repräsentierten Wahrnehmung systemischer Strukturaufstellungen (nach Varga von Kibéd und Sparrer) sowie räumlichen Ankerelementen aus dem NLP (nach Bandler und Grinder) dar.
Im Coaching- und Supervisions-Boom der 1980er-Jahre verließ das Familienbrett den Rahmen der Familientherapie und kam nun als „Systembrett” auch in anderen Kontexten zum bereichernden Einsatz. So dient es zur systemischen Intervention in Beratungsprozessen des Coachings, der Lebensberatung, der Mediation, der Supervision, im Personalwesen und Unternehmens- und Organisationsberatung, sowie Therapie.
Auch in sozialen, psychosozialen und pflegenden Organisationen findet das Systembrett bereichernde Verwendung.

Wolfgang Polt hat in seiner Beratung mit dem Systembrett mit KlientInnen beginnend mit 2003 die Methodik der „Aufstellung mit repräsentierter Wahrnehmung” entwickelt (oder die Methodik hat Wolfgang Polt entwickelt - wer weiß das schon?) und in weiterer Folge verfeinert.
Diese Methodik lädt KlientInnen ein, mit verschiedenen StellvertreterInnen aus dem jeweiligen System Kontakt aufzunehmen. Dies ermöglicht den einfachen Zugang zu gedanklichen und somatischen Informationen der jeweiligen Person und/oder Sache. Aus den gewonnenen Informationen entwächst beispielsweise im ersten Schritt Klarheit und Einsicht und danach ein tiefes Verständnis für die individuelle Geschichte, die hinter dem Verhalten der betreffenden Person steht. Der Gewinn aus diesem tiefen Verständnis kann beispielsweise die Loslösung einer schon lange anhaltenden unglücklichen Verbindung sein.
Bei der Aufstellung mit repräsentierter Wahrnehmung kommen die selben Wirkweisen zum Tragen, die menschliche Repräsentanten in einer Familienaufstellung erleben; das so genannte „wissende” oder „morphogenetische Feld”.
Die Methodik der „Aufstellung mit repräsentierter Wahrnehmung” wird ausführlich im Buch „Aufstellungen mit dem Systembrett” beschrieben.
Das von Wolfgang Polt entwickelte „Modell der Einladungen” ist eine mögliche Art, einen durchgehenden Beratungsprozess mit dem Systembrett zu gestalten.
Das hier zitierte Format können Sie in unserem im November 2024 erschienen Buch „Lösungen mit dem Systembrett - reloaded” nachlesen oder beispeilsweise im Systembrett - Einzel-Training live erleben.
Aktuell und im Zuge der Supervision hat sich das Systembrett-Supervisions-Format „superVIEW” entwickelt, das sowohl BeraterInnen ein höchstgradig erhellendes Reflexions-Tool zur Verfügung stellt, als auch SupervisorInnen eine Methode in die Hände gibt, um Supervisions-Prozesse nährend und bereichernd zu gestalten.
Ausfürhrliche Infos zu diesem Supervisions-Format „superVIEW” finden Sie hier.