Systemische Beratung

Systemische Beratung betrachtet Probleme oder Schwierigkeiten, die Menschen in die Beratung führen, nicht isoliert, sondern richtet den Blick auf den größeren Zusammenhang, auf das Ganze, eben auf das System, in dem sich der Mensch befindet und in dem das Problem auftritt.

Systemisch-konstruktivistische Beratung erweitert diese Haltung mit dem Konstrukt, dass es keine einzige, objektive Wirklichkeit gibt, sondern das jeder Mensch durch seine persönlichen Filter und persönlichen Erfahrungen seine ganz individuelle Wirklichkeit schafft.

Die systemische Beratung zielt also nicht darauf ab, Lösungen im Außen zu suchen, sondern es geht viel mehr darum, diese individuelle Wahr-nehmung der Welt zu betrachten und sie gegebenenfalls zu verändern. Durch die veränderte Sichtweise im Innen, die in das System getragen wird, ändert sich auch das System im Außen.

Weiters kommt die Haltung zum Tragen, dass Systeme immer bestrebt sind, Gesundung und Heilung zu erfahren und dass alle Systemmitglieder die Stärken und Fähigkeiten in sich tragen, die sie zur Lösung eines Problems benötigen.

Systemische Beratung erteilt also keine Rat-schläge, sondern lädt ein, Sichtweisen und Perspketiven im Inneren zu ändern, um mit einem neuen Blick auf das größere Ganze, eben das System, zu schauen.

Systemische Beratung und die Aufstellung mit dem Systembrett

Aufstellungen sind eine sehr tiefgehende Methode, um Probleme ins Außen zu bringen und ermöglicht den Menschen, den Blick einmal von Außen auf ihr Problem oder Anliegen und den damit verbundenen Konstrukten und Informationen zu richten.

Die Aufstellung mit dem Systembrett ist eine kreative, spielerische Variante der Aufstellungen und ermöglicht Ihnen, Ihre Ideen, Gedanken und Konstrukte zu einer Situation, die Sie belastet, ins Außen zu bringen. Durch diese Visualisierung nimmt etwas Ge-dachtes, etwas Un-aus-gesprochenes Form an; es wird be-greif-bar. Und was für Sie be-greif-bar wird, das wird für Sie auch änder-bar. Mein systemischer Blick richtet sich auf das, was da unter der Oberfläche wirkt und das Problem im Außen erst wirklich generiert.

In der Reflexion mit meinen KlientInnen erlebe ich immer wieder spürbare Dankbarkeit und Freude, wenn sich problematische Situationen fast spielerisch und mit einer Leichtigkeit durch die Arbeit mit dem Systembrett umwandeln lassen.

Ihre Vergangenheit und die Aufstellung mit dem Systembrett

Wir können unsere Vergangenheit nicht mehr ändern - nur unsere Sichtweise darauf!

Vieles, das wir in unserer Vergangenheit als negativ bewertet haben, hindert uns heute beispielsweise durch gewisse Verhaltensmuster an einem ungehinderten, freien, selbst bestimmten Leben. Viele dieser Erlebnisse warten aus meiner Erfahrung nur darauf, neuerlich be(tr)achtet und diesmal möglicherweise mit einer ganz neuen Bewertung wahr genommen zu werden.
Aufstellungen mit dem Systembrett bieten die Möglichkeit des neuerlichen Erlebens des Vergangenen und der neuerlichen Bewertung. Möglicherweise - und die Erfahrung zeigt: fast immer! - gelingt es den KlientInnen etwas absolut negativ belegtes in diesem neuen Licht positiv zu sehen. Das bringt Licht in die dunkelsten Ecken unserer Vergangenheit, um es sehr pathetisch zu formulieren, und bietet frei nach dem Motto „Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit!” die Chance, altes Belastendes los zu lassen und sich für neue, freie Wege zu entscheiden!

Dazu ein Beispiel aus meiner Praxis: ein Klient wurde sofort nach seiner Geburt in den Brutkasten gelegt. Dieses Erlebnis bewertete der Klient als äußerst negativ. Anstatt willkommen geheißen zu werden, wurde er von seinen Eltern getrennt - quasi „einer Maschine übergeben”.
Als Basisinformation bildete der Klient unter anderem die Glaubenssätze, Basierend auf diesen Glaubenssätzen formte er gewisse Schutzmechanismen, die ihm zwar einerseits Schutz boten, aber andererseits auch am Leben hinderten.

Jetzt führten ihn diese Schutzmechanismen in meine Praxis, weil er sich diesen stellen, näher beleuchten und vor allem auf Aktualität überprüfen wollte.
In der Aufstellung mit dem Systembrett stellte der Klient unter anderem das Erlebnis des Brutkasten auf und betrachtete es - knapp fünfzig Jahre später - mit der Sichtweise und den Augen von heute. Und was nahm er da wahr - anstatt eines traumatischen, furchtbaren Erlebnisses konnte mein Klient plötzlich wahrnehmen, dass er diesem Erlebnis möglicherweise sein Leben verdankte. Wozu also noch Schutzmechanismen?

Die Aufstellung mit dem Systembrett hat meinem Klienten ein neues Bild, ein neues Verständnis seiner Vergangenheit geschenkt. Auf Grund dieser neuen Sichtweise kann er nun seine Schutzmechanismen überdenken und sein Verhalten entsprechend ändern.

Für weiterführende Information lesen Sie bitte auch folgende Themen systemischer Beratung:

Systemische Beratung
Systeme und deren Gesetzmäßigkeiten
Familienaufstellung oder Systembrett
Ihre ganz persönliche Systembrett-Aufstellung
Was sagen KlientInnen zur Aufstellung?
Themen der systemischen Beratung